Mag. Dr. Johannes Kritzl: Evangelisch versus katholisch – das ist Brutalität!? Krems im Konfessionellen Zeitalter

Donnerstag, 6. April 2017, 19 Uhr
Krems Paul, St.Paulg. 1, 3500 Krems

Krems ist um 1590 eine nahezu protestantische Stadt: Sowohl die Bürgerschaft als auch der Stadtrat sind begeisterte Anhänger der evangelischen Bewegung. Viele geben an, in der Augsburger Konfession aufgewachsen zu sein und aus Gewissensgründen nicht davon abweichen zu können. Da Krems aber eine landesfürstliche Stadt ist, setzt gerade hier die Obrigkeit an: Mit unterschiedlichen Methoden, die man mit „Zuckerbrot und Peitsche“ umschreiben könnte, soll Krems katholisch werden. Dies geschieht jedoch mit teils heftiger Gegenwehr der evangelischen Bevölkerung, besonders gegen den „Generalreformator“ Melchior Khlesl. Im Zuge der Auseinandersetzung verlor die Stadt 1593 ihre sämtlichen Privilegien. Mit Vehemenz versuchten unterschiedliche katholische Parteien, die sich oft selbst nicht grün waren, die Katholisierung der Stadt voranzutreiben – mit Erfolg im Lauf der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, sodass Krems rund 70 Jahre später eine nahezu katholische Stadt ist. Der Vortrag geht der wechselvollen Geschichte der Stadt Krems im Konfessionellen Zeitalter nach und stellt die Frage, ob die gegenseitigen Anfeindungen und Verletzungen dieser Zeit bis heute trennend wirken (müssen) oder in der Kraft der Vergebung die Hoffnung für ein versöhntes Miteinander liegen kann.

Eintritt 10€, für Jugendliche frei