Karfreitag – der Tod Jesu als Feiertag?

Unerwartete und auch ungewollte Aktualität hatte das Thema des Vortrags von Dr. Mónika Solymár gewonnen. Die Intention war, einen Abend der dreiteiligen ökumenischen Vortragsreihe des katholischen Bildungswerks Krems mit der evangelischen Gemeinde dem Thema Karfreitag zu widmen, weil die Katholiken eher auf den Ostersonntag als Feiertag fokussiert sind und gerne die evangelische Erklärung hören wollten.

Die Referentin begann mit der aktuellen politischen Situation und Stellungnahmen von evangelischen und katholischen Würdenträgern zum Thema, bevor sie zu theologischen Deutungen überging. „Wir haben ein Kreuz mit dem Kreuz“ meinte sie, denn die Interpretationen sind vielfältig.

Die Evangelisten setzen jeweils verschiedene Akzente, bei Paulus ist es ein Heilsereignis mit universaler Bedeutung. Schon der Name „Kar“-freitag spiegelt diese Ambivalenz: das althochdeutsche „Kara“ ist Klage, Trauer, das lateinische „carus“ lieb, teuer, wertvoll.

Historisch gesehen wurde der Karfreitag 1955 als Pendant zum katholischen Fest „Maria Empfängnis“ eingeführt und die Synode der evangelischen Kirche A.B. betonte in einer Resolution im März 2019 noch einmal seine Bedeutung als identitätsstiftenden und zentralen Feiertag. Der fesselnde mit vielen Bildern angereicherte Vortrag führte zu angeregten Diskussionen im Publikum und wäre wohl all jenen anzuraten, die ihn nun zu einem privaten Urlaubstag abstufen wollen.

Maria Mayer-Schwingenschlögl

Durch Vergebungsprozesse Kränkungen überwinden

Friedrich Kopitar, Lebensberater und ehrenamtlicher Seelsorger, sprach in seinem Vortrag am 14.März 2019 in Krems St.Paul über Kränkungen in unserm Leben und über die Möglichkeit, diese aufzuarbeiten, indem wir uns und den anderen vergeben. Vergebung wie sie in der Bibel vorkommt und im Gebetausgesprochen wird, kann helfen, einen Prozess der Heilung in Gang zu setzen, der von Ritualen begleitet wird. Anschaulich wurde das durch den großen Stein, der durch eine Geste der Versöhnung keine Bedrohung mehr ist.

Solidarität stand im Mittelpunkt

Klaus Killer, Daniela Tillian-Speiser (beide Pfarrcaritas Krems-St. Veit), Caritasdirektor Hannes Ziselsberger, Maria Mayer-Schwingenschlögl (Katholisches Bildungswerk) und Adolf Noderer (Pfarrcaritas Krems St. Paul)

Caritasdirektor Hannes Ziselsberger hielt in der Pfarre St. Veit in Krems einen Vortrag zum Thema „Können wir uns Solidarität noch leisten?“ Mit einer Fülle von Zitaten und historischen Verweisen belegte er, wie sehr Solidarität heute zu einer weltweiten Verpflichtung für ein gutes Zusammenleben der Menschen geworden ist. Ihre Notwendigkeit belegte er mit aktuellen Zahlen zu Armut in Österreich. Der Direktor betonte die wichtige Rolle der Pfarrcaritas und lobte das große Engagement der Kremser Pfarren. In der anschließenden Diskussion wurden offene Fragen über Hilfsangebote der Caritas beantwortet. Es gab aber auch Kritik am derzeit herrschenden politischen Klima, welches die Arbeit der vielen haupt – und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen, die erschienen waren, noch notwendiger macht.