Wein Connaisseure spenden für die Caritas

Fast 40 Menschen konnten bei der Weinwanderung der katholischen Bildungswerke Krems und Mautern viel über die verschiedenen Rebsorten und Rieden lernen. Austria Guide Christine Wölfl hatte zu Beginn der Wanderung Karten mit der Beschreibung der Weinpflanzen ausgeteilt und die Besucher*innen versuchten diese in den verschiedenen Weingärten zu finden. Winzer Josef Widmayer gab Auskunft über die Besitzer, den Einfluss der Böden und die Kultivierung der Pflanzen.

Pater Clemens erzählte Bibelgeschichten zu Wein und knapp vor einem drohenden Gewitter konnten sich alle in den Severin-Stadl retten, in dem der zweite Teil, die Weinkost, stattfand. Dank der von den Winzern zur Verfügung gestellten Weine konnten unter der fachkundigen Anleitung von Sommelier Albert Decker elf verschiedene Weine verkostet werden – Bioweine und jene aus konventionellem Weinbau, Weißburgunder, Veltliner und Muskateller. Durch die großzügigen Spenden der Genießer konnten an die Pfarrcaritas von Mautern und Krems St.Veit 420€ übergeben werden. Herzlichen Dank auch die Winzer Heinz Brutbauer, Bio- Weingut Saahs, Hutter – Silberbichlerhof, Bio-Weingut David Harm, Andreas Eder, Hundsheim. Widmayer und Dürauer.

Ökumenische Fastenvesper mit Einführungsvortrag am 4.Fastensonntag, 7.April 2019

Die Fastenvesper wurde heuer mit Musik des zeitgenössischen Komponisten Anton Heiller gestaltet, dessen Todestag sich im April zum 40.Mal jährte. Peter Planyavsky, Organist, Dirigent und Komponist führte auf sehr lebendige, humorvolle und fachkundige Weise in das Werk „Passionsmusik“ ein und erklärte sowohl die musikalischen Besonderheiten als auch die religiöse Aussage der Texte, die von Jesaja und aus dem Johannesevangelium stammen. Planyavsky bildet sozusagen auch ein Verbindungsglied zum Komponisten, da er sowohl der Lehrer des Organisten von St.Veit, Ronald Peter, als auch Schüler von Anton Heiller war, dessen Sohn ebenfalls nach Krems gekommen war. Der Frauenchor des Chorus Musica sacra Krems mit der Solistin Johanna Stangl ließ die Texte der Liturgie auf berührende Weise im Kirchenraum schweben.

Karfreitag – der Tod Jesu als Feiertag?

Unerwartete und auch ungewollte Aktualität hatte das Thema des Vortrags von Dr. Mónika Solymár gewonnen. Die Intention war, einen Abend der dreiteiligen ökumenischen Vortragsreihe des katholischen Bildungswerks Krems mit der evangelischen Gemeinde dem Thema Karfreitag zu widmen, weil die Katholiken eher auf den Ostersonntag als Feiertag fokussiert sind und gerne die evangelische Erklärung hören wollten.

Die Referentin begann mit der aktuellen politischen Situation und Stellungnahmen von evangelischen und katholischen Würdenträgern zum Thema, bevor sie zu theologischen Deutungen überging. „Wir haben ein Kreuz mit dem Kreuz“ meinte sie, denn die Interpretationen sind vielfältig.

Die Evangelisten setzen jeweils verschiedene Akzente, bei Paulus ist es ein Heilsereignis mit universaler Bedeutung. Schon der Name „Kar“-freitag spiegelt diese Ambivalenz: das althochdeutsche „Kara“ ist Klage, Trauer, das lateinische „carus“ lieb, teuer, wertvoll.

Historisch gesehen wurde der Karfreitag 1955 als Pendant zum katholischen Fest „Maria Empfängnis“ eingeführt und die Synode der evangelischen Kirche A.B. betonte in einer Resolution im März 2019 noch einmal seine Bedeutung als identitätsstiftenden und zentralen Feiertag. Der fesselnde mit vielen Bildern angereicherte Vortrag führte zu angeregten Diskussionen im Publikum und wäre wohl all jenen anzuraten, die ihn nun zu einem privaten Urlaubstag abstufen wollen.

Maria Mayer-Schwingenschlögl